Politik und Gesellschaft

Staatsregierung verzögert Hilfe für Frauenhäuser

Der Bericht im Sozialausschuss bringt keine neuen Erkenntnisse. Sozialpolitikerin Ilona Deckwerth fordert daher zügige Entscheidung über Finanzzusagen. Die SPD-Sozialpolitikerin kritisiert, dass die Staatsregierung zu wenig für gewaltbetroffene Frauen tut und übt heftige Kritik an dem Bericht des Sozialministeriums im Sozialausschussvom 1. Februar: "Seit einem Jahr liegt uns eine Studie vor, die den Bedarf von Frauenhäusern, Notrufen und Beratungsstellen beschreibt. Die äußerst schwierige Lage ist offensichtlich, doch auch heute haben wir nichts Neues erfahren, und die Staatsregierung beschränkt sich auf ein Trostpflaster."
Im Nachtragshaushalt sieht die Staatsregierung lediglich ein Plus von 800.000 Euro vor, benötigt werden aber mindestens drei Millionen Euro zusätzlich. Die SPD-Fraktion hat einen entsprechenden Antrag zum >>> Nachtragshaushalt eingereicht.“
Die Lage der Frauenhäuser, Beratungsstellen und Notrufe ist inzwischen so dramatisch, dass jede zweite Frau abgewiesen werden muss. Da die Personalausstattungen schon seit Jahren nicht mehr dem Bedarf entsprechen, können die lebensnotwendigen Hilfseinrichtungen nur mit Spenden und ehrenamtlichem Engagement überleben. Deckwerth fordert vor diesem Hintergrund: "Den Frauen und ihren Kindern muss sofort geholfen werden. Es besteht Einigkeit, dass etwas getan werden muss, aber der Abstimmungsprozess dauert einfach zu lange. Das ist zynisch und lässt die Betroffenen unnötig leiden."
Auch die Träger der Freien Wohlfahrtsverbände forderten in der Sitzung mehr Geld: Die von der Staatsregierung vorgesehene Erhöhung der Fördergelder reicht nach Aussagen der Träger bei weitem nicht aus, um die wichtigsten Aufgaben zu finanzieren. Mit dem zusätzlichen Geld müssen die Mitarbeiterinnen der Einrichtungen zuallererst von Verwaltungsaufgaben entlastet werden, um sich intensiver der Beratung der Frauen zu widmen, fordern die Wohlfahrtsverbände.

Das Team der Fachstelle für Frauenarbeit und vom FrauenWerk Stein e.V. mit der Aktionsfahne

Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache!

Weltweit hat jede dritte Frau sexuelle oder andere körperliche Gewalt erlebt. Auch in Deutschland ist Gewalt gegen Frauen ein Problem. Die im kommenden Jahr in Kraft tretende Istanbul-Konvention ist eine Chance, geschlechtsspezifische Gewalt zurückzudrängen. Am 1. Februar 2018 tritt die Konvention des Europarates gegen Gewalt gegen Frauen für Deutschland in Kraft. Ein Nationaler Aktionsplan zur Umsetzung der Konvention wäre ein wirksames Instrument, um dieses weitgehend tabuisierte Gewaltthema in Deutschland zurückzudrängen.

Anlässlich des weltweiten Aktionstages am 25. November zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und zur Stärkung der Frauenrechte beklagt die Fachstelle für Frauenarbeit im FrauenWerk Stein e.V. darüber hinaus die desaströse Situation der Frauennotrufe in Bayern, die seit vielen Jahren an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten: "Von den 33 staatlich geförderten Einrichtungen, die es insgesamt im Freistaat gibt, sind 17 in Form eines gemeinnützigen Vereins organisiert. Diese 17 vertrete ich als Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauennotrufe und fast allen ist eines gemein: Sie müssen einen Großteil ihrer Aufwendungen selbst finanzieren und schaffen das leider nur bedingt“, so Sabine Böhm, Sprecherin der der bayrischen Frauennotrufe.

Das bundesweite Hilfetelefon bietet unter der Telefonnummer 08000 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de rund um die Uhr, anonym, kostenfrei und in 17 Fremdsprachen Beratung und Unterstützung für Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind.

11.10.2017 Organisation "Pinkstinks" startet Meldestelle für sexistische Werbung

Wer zukünftig nicht kommentarlos hinnehmen will, wenn Frauenkörper zu Sexobjekten gemacht oder auf das Hausfrauendasein beschränkt werden, der kann nun handeln. Handy zücken, Foto machen und bei www.werbemelder.in hochladen.  Die Protestorganisation "Pinkstinks" hat ein neues Monitoringportal initiiert, das es möglich macht sexistische Werbemotive zu melden. Diese werden auf einer interaktiven Deutschlandkarte gesammelt, die Menschen aus dem ganzen Land einschicken. Die Organisation ordnet die Einsendungen in die Kategorien "sexistisch", "nicht-sexistisch" und "stereotyp" ein und kommentiert  jeweils, was sie gegen die Motive unternehmen wird und ob das jeweilige Unternehmen die Werbung zurückgezogen hat.

Bereits innerhalb weniger Stunden, nachdem die Seite online ging, füllte sich die interaktive Deutschlandkarte mit Werbung, die User_innen aus allen Ecken Deutschlands hochluden. "Wir müssen unzählige Eingänge einpflegen", sagte Stevie Meriel Schmiedel von der Geschäftsführung von Pinkstinks. Neben dem Monitoringprojekt will Pinkstinks mit Plakaten, Flyern, Bierdeckeln und Vortragsreihen aufklären und sensilibisieren. Finanzielle Unterstützung erhält Pinkstinks vom Familienministerium.

>>> Pinkstinks

29.09.2017 Der Frauenanteil im Bundestag ist so niedrig wie die letzten drei Wahlperioden nicht

Zwar ist der neu gewählte Bundestag so groß wie nie, was die bloße Anzahl der Abgeordneten anbelangt, doch im Verhältnis entfielen noch nie so wenige Sitze auf Frauen. Nach der Bundestagswahl und vor den Landtags- und Bezirkstagswahlen in Bayern ist die Forderung nach paritätischer Wählbarkeit ein besonders aktuelles Thema. Sie ist die Voraussetzung für die angemessene Vertretung und Durchsetzung politischer Belange und Interessen der Frauen in diesem Land. Die Besetzung der Wahllisten nach Parité-Regeln ist daher weniger verständliches Anliegen, denn ein demokratisches Muss. Nach den Bundestagswahlen sind die Frauen alarmiert, so das Orgateam des Aktionsbündnisses Parité in den Parlamenten.

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07.01.2016 Bloggerin Anne Wizorek in einem Zwischenruf: Sexismus ist immer noch Alltag

"Es ist 2016 und wir reden immer noch über sexualisierte Gewalt. Sie ist immer noch normal und sie ist immer noch da", sagt Bloggerin Anne Wizorek in einem Zwischenruf im ZDF heute journal. "Sexismus bezieht sich nicht auf eine Menschengruppe, sondern durchzieht unsere gesamte Gesellschaft", so die Netzfeminsitin. Bekannt wurde Anne Wizorek durch die Debatte um eine sexistische Äußerung des FDP-Politikers Rainer Brüderle und die anschließende Twitter-Aktion #aufschrei.

Dass Frauen im öffentlichen Raum sexuell belästigt werden, ist nicht neu. Aber die Massivität, in der das offenbar in Köln geschehen ist, die ist neu. Andererseits meldet das Oktoberfest pro Jahr im Schnitt zehn Vergewaltigungen; die Dunkelziffer wird auf 200 geschätzt. Im Karneval werden Frauen K.O.-Tropfen verabreicht. Darüber finden keine Debatten statt. Dabei zeichnet sich sexualisierte Gewalt dadurch aus, dass sie überall und von allen Schichten verübt wird, von Migranten ebenso wie von Nicht-Migranten.

Interview mit Anne Wizorek zu den Übergriffen in Köln : „Rassistische Standpunkte überwiegen in der jetzigen Debatte“ | Politik - Kölner Stadt-Anzeiger - Lesen Sie mehr auf:
www.ksta.de/politik/interview-mit-anne-wizorek-zu-den-uebergriffen-in-koeln----rassistische-standpunkte-ueberwiegen-in-der-jetzigen-debatte-,15187246,33466110.html

Anne Wizorek wurde bekannt durch die Debatte um eine sexistische Äußerung des FDP-Politikers Rainer Brüderle und den anschließenden #aufschrei.

Interview mit Anne Wizorek zu den Übergriffen in Köln : „Rassistische Standpunkte überwiegen in der jetzigen Debatte“ | Politik - Kölner Stadt-Anzeiger - Lesen Sie mehr auf:
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07.01.2016 Stellungnahme von Terres des Femmes zu den gewalttätigen und sexuellen Übergriffen in deutschen Städten

Mit Blick auf die gewalttätigen und sexuellen Übergriffe auf Frauen, die in der Silvesternacht in verschiedenen Städten in Deutschland statt gefunden haben, äußert sich die Organisation Terres des Femmes - Menschenrechte für die Frau e.V. besorgt. Die Organisation warnt davor,  alle Menschen, die als MigrantInnen bei uns leben oder derzeit Schutz in Deutschland suchen, unter Generalverdacht zu stellen. Gleichzeitig fordert die Organisation im Rahmen der geltenden Gesetze eine strengst mögliche Verurteilung, damit sie auf frauenverachtende und gewaltbereite Täter abschreckend wirkt.

>>> Stellungnahme

22.10.2015 Evangelische Frauen fordern unantastbares Recht auf Asyl

Angesichts immer weiter zunehmender Ausschreitungen gegen Flüchtlinge in Deutschland fordern die Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) die Regierungsverantwortlichen des Bundes und der Länder auf, Verschärfungen des Asylrechtes zurückzunehmen. Das Recht auf Asyl in Deutschland müsse geschützt und gestärkt werden, heißt in einer Resolution, die der Frauendachverband der Evangelischen Kirche auf seiner Mitgliederversammlung verabschiedete. 

>>> Pressemitteilung

17.07.2015 Internationales Frauencafé fordert bessere Konditionen für Flüchtlingsfrauen

Das Internationale Frauencafé macht in einem offenen Brief auf die schwierige Situation von Flüchtlingsfrauen bedingt durch ihre Unterbringung in Bayern aufmerksam und fordert sofortige Maßnahmen. Seit Jahren fordern Flüchtlingsorganisationen eigene Unterkünfte für Frauen. Bisher jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Insgesamt 20 Einrichtungen und Organisationen haben den offenen Brief unterzeichnet. Er ist an die Stadt Nürnberg, die Regierung von Mittelfranken und die Bayerische Staatsregierung gerichtet und fordert einen besseren Schutz für Frauen.

>>> Offener Brief

 

 

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