Newsletter Nr. 14 - Dezember 2015

An(ge)dacht

Liebe Leserinnen und Leser!

Adventszeit und Weihnachten ohne Stollen, Weihnachtslieder, Christbaum und Geschenke? Selbst für Weihnachtsmuffel ist dies kaum vorstellbar. Keine andere Jahreszeit kennt so viele Bräuche und Traditionen. Viele Menschen meinen, dass es diese Bräuche schon immer gab. Nur die wenigsten wissen, dass ein Großteil davon Produkte konfessioneller Strategien sind. Ein Beispiel: Der Christstollen. Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr. In der alten Kirche war die Adventszeit Fastenzeit, die vom 11. November bis zum 6. Januar andauerte. Tierische Produkte wie Eier, Milch und Butter waren nicht erlaubt. Deshalb durfte der "Stollen", ein eigens für diese Zeit entwickeltes Gebäck, nur aus Wasser, Mehl, Hefe und Rüböl zubereitet werden. Das Resultat war so furchtbar, dass die beiden sächsischen Fürsten Ernst und sein Bruder Herzog Albrecht sogar gesundheitliche Schäden beim Verzehr des Kuchens befürchteten. Daher baten sie offiziell 1480 beim Papst um eine Ausnahmegenehmigung. Sie wollten beim Adventsfasten wenigstens Butter verwenden dürfen. Dieses in die Geschichte als "Butterbrief" eingegangene Bittschreiben wurde vom Papst genehmigt, allerdings nur gegen eine Geldzahlung. Es war also ein klassischer Ablasshandel, der den Christstollen zu dem machte, was er heute ist. In den 95 Thesen Martin Luthers, mit denen sich dieser 1517 gegen das Ablasswesen wandte, fand diese Regelung zwar keine Erwähnung, aber Genussmensch, der er war, wird der Reformator einen echten Butterstollen wohl nicht verschmäht haben – und das auch ohne Zahlungen für päpstliche Kirchbauten.

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wir haben gemeinsam viel geschafft. Mit Blick auf die vergangenen Monate möchte ich Ihnen an dieser Stelle danken. Danke für Ihre Zeit und für das uns entgegengebrachte Vertrauen.  Danke für ein erfolgreiches Jahr, das uns mit Freude dem neuen Jahr entgegen blicken lässt.

Das Team der Fachstelle für Frauenarbeit wünscht eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest! Genießen auch Sie Ihren Christstollen!

Ihre Dr. Andrea König

Druckfrisch erschienen: unser 1. Halbjahresprogramm 2016

Das 1. Halbjahresprogramm 2016 liegt druckfrisch für Sie bereit. Sie können es bei uns kostenlos bestellen oder als PDF downloaden. Durchstöbern Sie unsere abwechslungsreichen Veranstaltungen in den Monaten Januar 2016 bis Juli 2016. Neu im Programm ist der Fernstudiengang Theologie geschlechterbewusst. Nähere Informationen dazu finden Sie auf Seite 11, auf unserer Homepage und hier in unserem Newsletter. Neu sind auch die Studientage zum christlich-jüdischen Dialog, die wir in Kooperation mit dem jüdischen Lehrhaus in Bamberg veranstalten. Diese finden Sie auf den Seiten 10 und 12.

Für Singbegeisterte gibt es Teil zwei des Seminars "Gregorianik für Frauen", das auch ohne die Teilnahme an Teil eins im letzten Halbjahr besucht werden kann. Und natürlich wieder zahlreiche Seminare in den Bereichen Theologie und Glaube, Spiritualität und Ökumene, Gesellschaft und Kultur, Fortbildung und Ehrenamt, Veranstaltungen für Dekanatsfrauenbeauftragte, Gesundheit und Bewegung mit Tanz- und Wanderseminaren sowie Persönlichkeit und Kommunikation.

Anmelden können Sie sich über unsere Homepage oder mit dem Bestellzettel am Ende des Programms. Haben Sie Fragen? Dann kontaktieren Sie uns unter 0911 6806 142. Wir freuen uns auf Sie!

Hier geht es zum Programm >>

Die neue Arbeitshilfe zum Frauensonntag 2016 ist da!

"Es ist alles meine Schuld..." So lautet der Titel der neuen Arbeitshilfe zum Frauensonntag Lätare 2016. Alles meine Schuld? Ja, richtig gelesen. Dies sind die Worte Abigajils, die sie wählt, als sie dem blutrünstigem David entgegentritt. Viele mögen von der biblischen Frauengestalt Abigajil noch nie etwas gehört haben. Dabei ragt die Abigajil-Erzählung aus den oftmals brutalen Geschichten des Alten Testaments heraus. Sie plädiert – wie kaum eine andere Erzählung – für den Verzicht auf Gewalt.

Die vorliegende Arbeitshilfe lädt ein, sich mit der biblischen Figur der Abigajil auseinanderzusetzen. Wer von uns würde wie sie handeln? Was können wir von ihr lernen? Kann sie auch heute noch als Vorbild dienen? In der Arbeitshilfe finden sich neben einer Auswahl an verschiedenen Bibelübersetzungen, einer Exegese zu 1. Samuel 25 und einem Blick auf Abigajil aus jüdischer Sicht auch ein ausgearbeiteter Gottesdienstentwurf sowie viele Bausteine, Anregungen und Materialien.

Die Arbeitshilfe kann kostenlos über die Fachstelle für Frauenarbeit bestellt werden. Schicken Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an. Wir lassen Ihnen gerne Exemplare zukommen.

Bestellungen per Mail an: f@frauenwerk-stein.de

Bestellungen per Telefon: 0911 6806 142

Hier können Sie die Arbeitshilfe kostenlos downloaden >>

Wir führen auch Werbematerialien zur Arbeitshilfe, wie Postkarten und Plakate. Fragen Sie bei uns an!

Start des neuen EKD-weiten Fernstudiengangs Theologie geschlechterbewusst

Ab 2016 bietet die Fachstelle für Frauenarbeit erstmals den neuen EKD-weiten Fernstudiengang Theologie geschlechterbewusst – kontextuell neu denken an. Das Fernstudium basiert auf sieben völlig neu überarbeiteten Studienbriefen und umfasst einen einführenden Informationstag, sieben Wochenendeseminare, ein Abschlusswochenende sowie individuelle Lernberatung.

Der kostenlose Informationstag findet am 22. April 2016 >> in Stein statt. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Start des Fernstudiums ist im September 2016.

Das Fernstudium Theologie geschlechterbewusst kann auch als Teilstudium absolviert werden. Weitere Informationen finden sich auf unserer Homepage unter Fernstudiengang Theologie >>

Neu gewählt: Arbeitsgemeinschaft Weltgebetstag in Bayern

Die neu gewählte AG WGT mit Eva Glungler, 3. v.l.

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Frauen für den Weltgebetstag in Bayern (AG WGT) hat neu gewählt: Die Vorsitzende Ingrid Metten (evangelisch-reformierte Frauen) und die stellvertretende Vorsitzende Maria Wittmann (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, kfd) wurden wiedergewählt und bleiben die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft christlicher Frauen für den Weltgebetstag in Bayern. Die AG WGT wurde 1986 gegründet. Sie fördert die Bewegung des Weltgebetstages und die ökumenische Zusammenarbeit.

Zur Arbeitsgemeinschaft Weltgebetstag in Bayern gehören rund 15 Vertreterinnen aus verschiedenen christlichen Kirchen und Glaubensgemeinschaften. Zu ihnen zählen unter anderem Altkatholikinnen, Methodistinnen, Menonitinnen und die Heilsarmee. Ebenfalls vertreten sind die Römisch-katholische Kirche, die Evangelisch-lutherische Kirche, die Evangelisch-reformierte Kirche und Vertreterinnen der koptischen Kirche.

Für die Fachstelle für Frauenarbeit ist unsere Referentin Eva Glungler in die AG WGT delegiert. Die Fachstelle koordiniert die bayernweite evangelische Weltgebetstagsarbeit. Fachreferentin Eva Glungler veranstaltet hierzu fünf Vorbereitungsveranstaltungen pro Jahr. Der nächste Studientag findet am 16. Januar 2016 statt, es sind noch Restplätze frei:

3. Ökumenischer Sudientag zur Vorbereitung des Weltgebetstags 2016, Kuba >>

Schauen Sie auch auf den eigens für die Weltgebetstagsarbeit eingerichteten Seiten auf unserer Homepage vorbei. Dort erhalten Sie zahlreiche Informationen und Inspirationen für Ihre eigene WGT-Arbeit. Auch haben wir alle bayernweiten Termine für WGT-Vorbereitungstreffen und WGT-Gottesdienste dort veröffentlicht - ein Besuch lohnt sich!

Hier geht es zu unseren WGT-Seiten >>

Steiner Lose Blätter - Frühlingsausgabe ab Februar 2016

Die nächste Ausgabe der Steiner Losen Blätter wird ganz im Zeichen der Schöpfung stehen: Es geht um den sich ankündigenden Frühling, über die Gefährdung der Schöpfung und über Möglichkeiten zu ihrer Bewahrung. Tiere spielen diesmal eine besondere Rolle. Außerdem finden Sie wieder zahlreiche Tipps, wie Sie selbst, allein oder gemeinsam mit Ihrer Gruppe, aktiv werden können. Darüber hinaus werden in Gastbeiträgen zwei interessante Projekte vorgestellt: Beim Projekt "Warteschleife" oder auch "Refukitchen" geht es um die Begegnung mit Flüchtlingen beim gemeinsamen Kochen. "TOM'S Café" ist ein großartiges Beispiel gelingender Inklusion. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand. Lassen Sie sich überraschen!

Die Ausgabe kann in gedruckter oder digitaler Version bezogen werden unter Tel. 0911 6806 142 oder per Mail unter f@frauenwerk-stein.de.

Die aktuelle Preisliste finden Sie hier >>

Zudem stehen alle bisherigen Ausgaben von 1987 bis 2013 ebenfalls digital zur Verfügung und können kostenlos bei uns angefragt werden.

Lesen Sie hier die digitale Ausgabe der Steiner Losen Blätter vom Herbst 2013 "Zusammen AnderSein" >>

Weitere Infos zu den STLB finden Sie auf unserer Homepage >>

40 Jahre Frauenordination in Bayern

Im Jahr 2015 feiern die Theologinnen in Bayern oder besser die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ein doppeltes Jubiläum: 80 Jahre Theologinnen-konvent und 40 Jahre Frauenordination. Am 4. Dezember 1975 trat das "Kirchengesetz über die Berufung der Theologin zum Dienst des Pfarrers" in Kraft. 

Am 4. April 1976 wurden Liesel Bruckner und Käthe Rohleder als erste der bayerischen Theologinnen an ihren jeweiligen Wirkungsstätten, Amberg und Fürth, ordiniert.

Weitere Infos hierzu finden Sie auf unserer Homepage >>

Katharina-von-Bora-Preis 2016

Die sächsische Stadt Torgau schreibt bundesweit zum 6. Mal den mit 3.000 Euro dotierten Katharina-von-Bora-Preis aus. Bis zum 19. Februar 2016 können Frauen für diesen Preis vorgeschlagen werden.

Im Jahr 2016 lautet das Schwerpunktthema analog zum Themenjahr der Lutherdekade "Eine Welt". Die Schirmherrschaft für den Katharina-von-Bora-Preis hat Bundesministerin Manuela Schwesig übernommen.

Die Stadt Torgau ehrt mit dem Katharina-von-Bora-Preis Frauen, die sich in herausragender Weise für ein gemeinnütziges Projekt engagieren und hält damit zugleich die Erinnerung an die couragierte Frau Martin Luthers wach.

Mehr Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier >>

Selfie-Aktion für Hilfstelefon Gewalt an Frauen

Am 25. November 2015 startete Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD)  eine "Selfie-Aktion" >>, um das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bekannter zu machen.

Die Hotline 08000 116 016 bietet Frauen, die von Gewalt betroffen sind, Menschen, die ZeugInnen von Gewalt an Frauen werden sowie haupt- und ehrenamtlichen Fachkräften rund um die Uhr und an jedem Tag im Jahr kostenfreie Beratung durch Expertinnen an. Unterstützen Sie die Aktion und machen auch Sie ein Selfie!

Hier können Sie das Aktionsschild und die Anleitung herunterladen >>

Vesperkirche in Nürnberg

Vom 17. Januar bis 28. Februar 2016 wird die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in Nürnberg ihre Türen für sechs Wochen als Vesperkirche öffnen.

Die Kirche – so die Idee – öffnet in der kalten Jahreszeit ihren besten Raum, den Kirchenraum. Dort stehen gedeckte Tische. Dort gibt es Tee und Kaffee und eine Zeitung. Dort gibt es ein Mittagessen für einen symbolischen Preis von einem Euro. Ein Eck der Stille ist ebenso zu finden wie ein Kinderspieleck. Kurze liturgische Impulse geben der Zeit einen Rahmen. Vielfältige Angebote können genutzt werden: Seelsorge und Beratungsangebote der Stadtmission. Aber auch Angebote, die davon abhängen, welche Menschen sich hier ehrenamtlich engagieren: Haare schneiden, Krankengymnastik, medizinische Beratung, Maniküre, Fußpflege...

Die Vesperkirche lebt davon, dass Menschen sich für dieses und in diesem Projekt engagieren. Melden Sie sich als Ehrenamtliche oder lassen Sie sich inspirieren von dieser herzerwärmenden Idee.

Hier geht es zur Homepage der Vesperkirche >>

Susanne Kahl-Passoth neue Vorsitzende von EFiD

Neue Vorsitzende des Dachverbandes Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) ist die Theologin Susanne Kahl-Passoth, ehemalige Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates. Frauen-Verbandsarbeit bleibe auch weiterhin unverzichtbar für Kirche und Gesellschaft, denn nur über den Zusammenhalt und die Vernetzung in verbandlichen Strukturen könnten sich Frauen wirkungsvoll in die Gestaltung von Kirche, Politik und Zivilgesellschaft einbringen und ihr Engagement auch sichtbar machen, unterstrich Susanne Kahl-Passoth in ihrer Vorstellungsrede zur Präsidiumswahl. "Wir müssen aufpassen, dass angesichts der kirchenpolitischen Entwicklungen die spezifischen Belange und Interessen von Frauen nicht aus dem Blick geraten."

EU-Kommission plant keine Fortsetzung einer EU-Gleichstellungsstrategie

Die EU-Kommission plant keine Fortsetzung einer EU-Gleichstellungsstrategie 2016-2020, sondern will sich mit einem Arbeitspapier für die Kommissionsdienststellen begnügen.

Diese Entwicklung bereitet zahlreichen Frauenverbänden große Sorge. Damit wird die Gleichstellung von Frauen und Männern, die auf dem Papier einer der Grundpfeiler der Europäischen Union ist, zu einem "weniger wichtigen Thema", wie der Deutsche Frauenrat EU-Präsident Juncker zitiert. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen in Europa, der wachsenden rechtspopulistischen Bewegungen in vielen Mitgliedsstaaten und der Flüchtlingssituation ist dies ein völlig falsches politisches Signal.

Deshalb wendete sich der Deutsche Frauenrat am 2. Dezember mit einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel, in dem sie aufgefordert wird, ihren Einfluss in der EU für die fällige Gleichstellungsstrategie geltend zu machen.

Lesen Sie hier den Brief an Bundeskanzlerin Merkel >>

Es grüßt Sie herzlich

Bettina Möller
Öffentlichkeitsreferentin der Fachstelle für Frauenarbeit im FrauenWerk Stein e.V.

Impressum/Rechtliche Hinweise
Wir freuen uns darüber, wenn Sie uns weiterempfehlen. Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, wenden Sie sich bitte an f@frauenwerk-stein.de.
FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche Bayern, Fachstelle für Frauenarbeit
Deutenbacher Str. 1, 90547 Stein | Tel. (0911) 6806-0 | Fax (0911) 6806-177
Redaktion: Fachstelle für Frauenarbeit

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