Newsletter Nr. 18 - Dezember 2016

An(ge)dacht

Liebe Leserinnen und Leser!

Das Matthäusevangelium beginnt am Heiligen Abend mit dem Stammbaum Jesu. Unter vielen Männernamen sind auch ein paar Frauen verborgen - darunter Rut, Urgroßmutter Davids und Urahnin Jesu von Nazareth. Das Buch Rut schildert uns das Schicksal einer Familie in Migration. Ein Mann aus Bethlehem geht wegen einer Hungersnot ins Ausland. Mit seinen beiden Söhnen und seiner Frau Noomi bricht er auf ins benachbarte Moab. Beide Söhne heiraten dort einheimische Frauen, die Moabiterinnen Orpa und Rut. Aber dann ster- ben alle drei Männer. Die drei nun alleinstehenden Frauen haben keine eigene Existenz und müssen erenut fort. Es kommt zu einer zweiten Migration. Noomi will als alte Frau in ihre Heimat zurück, aber ihre Schwiegertöchter schickt sie, wie es im Text heißt, "heim zu ihren Müttern" (Rut 1,8). Die Väter fehlen also, wie auch heute in vielen armen Gegenden der Welt. Männer sind in kriegerischen Auseinandersetzungen umgekommen, sie sind im Gefängnis, oft hunderte Kilometer weit weg in der Arbeit, oder schlicht und einfach zwar in der Nähe, aber nicht präsent. Die Last der Kinderbetreuung und der Existenzsicherung, oft auch für die Alten, liegt auf den Schultern von Frauen. Insofern ist das Buch Rut als Erzählung über alleinstehende Migrantinnen auch heute durchaus realistisch. Unabhängig vom guten Aus- gang der Rut-Geschichte ist uns allen in den reichen Gesellschaften zu wünschen, dass wir Migration als Chance verstehen, dass sich Menschen und Völker verständigen und verbin- den und Kulturen und Religionen einander bereichern. Das Ereignis von Bethlehem, die Menschwerdung Gottes in dieser Welt, soll weitergehen: Das ist unsere Aufgabe als Christinnen und Christen. Wir sollen dieser Welt ein menschlicheres Antlitz verleihen. Und das ist nicht eine fromme Idee, sondern konkreter Aufruf.

Das Team der Fachstelle für Frauenarbeit wünscht eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest!

Ihre Dr. Andrea König

Druckfrisch erschienen - Publikation zu Frauen der Reformation

Druckfrisch erschienen ist der neue Publikationsband "Vom Dunkel ins Licht"- Frauen der Reformation im süddeutschen Raum. Die Publikation zeigt in 15 Kapiteln bekanntere aber auch unbekanntere Facetten zum Thema Frauen und Reforma- tion. Gezeigt wird u.a. auf welche Methoden Frauen zur Durch- setzung ihres Unmuts über die Misstände in der katholischen Kirche zurückgriffen und welche Wege sie fanden, um ihre neue Überzeugung öffentlich zu demonstrieren. Der Publikationsband umfasst 256 Seiten und enthält ein Frauenregister mit über 200 Frauennamen sowie zahlreiches Bildmaterial. Die Publikation kann über die Fachstelle für Frauenarbeit für 10 Euro zzgl. Ver- sandkosten bestellt werden (Mail an: f@frauenwerk-stein.de  oder Tel. 0911 6806 142).

Achtung: Der Publikationsband ist als Begleitband zur gleich- namigen Wanderausstellung erschienen. Aufgrund der großen Nachfrage nach der Ausstellung, wurde eine zweite Anfertigung erstellt, die ebenfalls ausgeliehen werden kann. Fragen Sie bei uns an! Hier finden Sie >>> Informationen zur Ausstellung

ARD Film - Katharina Luther

Karoline Schuch als Katahrina

Nicht Martin Luther, sondern Katahrina von Bora steht im Mittelpunkt des neues Films, den die ARD zum Re- formationsjahr 2017 produziert hat. Unter der Regie von Julia von Heinz steht die Schauspielerin Karoline Schuch mit Devid Striesow als Martin Luther vor der Kamera.  Als Kind im Kloster abgegeben, lebt Katha- rina das für sie bestimmte Leben, bis sie mit Anfang 20 durch die Schriften Luthers mit einer neuen Gedan- kenwelt in Berührung kommt und flieht. In Wittenberg begegnet sie dem Reformator. Als seine Ehefrau beginnt sie ein neues Leben, entwickelt sich zur Wirt- schafterin und zur gleichberechtigten Gesprächs- partnerin.

"Katharina Luther"wird am FilmMittwoch im Ersten am 15. Februar 2017 zu sehen sein.

Lutherbibel 2017 - revidiert

„Die Bibel zu den Menschen bringen“ ist der Auftrag der Deutschen Bibelgesellschaft – und die Lutherbibel das zentrale Thema des neuen Jahres.im Jubiläumsjahr 2017 feiern die Protestantinnen und Protestanten weltweit nicht nur 500 Jahre Thesenanschlag, sondern auch die Rückbesinnung auf Luthers Ausgangpunkt: die Bibel. Das Erscheinen der revidierten Lutherbibel 2017 ist einer der großen Höhepunkte des Reformations- jubiläums 2016/17. Über 5 Jahre lang haben rund 70 Theologinnen und Theologen den Text intensiv geprüft und überarbeitet. Ziel war es, eine größere sprachliche Genauigkeit herzustellen und gleichzeitig der Sprachkraft Martin Luthers gerecht werden.

Was ist das Besondere an der Lutherbibel und der Revision 2017? Erfahren Sie hier mehr über die Beweggründe, die zur Revision der Lutherbibel geführt haben >>> Lutherbibel 2017

Neu: Arbeitshilfe zum Frauensonntag Lätare 2017

erlöst. befreit! optimiert? - so lautet der Titel der neuen Arbeitshilfe zum Frauensonntag Lätare 2017. Im Fokus der Ausgabe zum Reformationsjubiläum steht Eva - "Mutter alles Lebendigen" (Gen 3,20).

Die Arbeitshilfe zum Frauensonntag Lätare, der am 26. März 2017 gefeiert wird, enthält einen ausgearbeiteten Gottesdienstentwurf, eine Exegese, eine Dialogpredigt sowie zahlreiche Bausteine und Hintergrundinforma- tionen. Bestellen Sie die Arbeitshilfe bei uns kosten- los. Wir senden Ihnen diese gerne zu. Ebenso können Sie bei uns Postkarten mit dem Titelbild sowie Plakate zur Ankündigung in der Gemeinde bestellen (Mail an: f@frauenwerk-stein.de oder Tel. 0911 6806 142).

Veranstaltungs-Highlight im Januar 2017

Professionelle Projektplanung und fokussierte Präsentation

Sie haben eine Idee und würden diese gerne in Form eines Projekts mit anderen gemeinsam umsetzen? Aber wo anfangen? Wie die anderen für Ihre Idee begeistern?

Tanya Häringer ist Schauspielerin und arbeitet seit 2009 als Rhetorikcoach im kirchlichen Bereich. Katarina Poetzsch ist Fachfrau für Projektmanagement und seit 2008 unter anderem als Trainerin in der Erwachsenenbildung tätig. Zusammen bieten Ihnen beide Einblicke in die professionelle Planung von Projekten und Vorhaben. Sie erfahren, wie Sie Ihre Idee überzeugend vermitteln, wo Ihre Stärken liegen und wie Sie Ihr Potenzial optimal nutzen. Zudem vermitteln Sie Ihnen Kenntnisse zu Projektplanungen und Zeitmanagement. Exemplarisch arbeiten Sie gemeinsam an einem Beispiel aus dem Teilnehmerinnenkreis und erhalten praxistaugliche Werkzeuge.

Termin: 28.01.2017, 9.30-17.00 Uhr

Kosten: 88 Euro (*für Dekanatsfrauenbeauftragte werden die Kosten übernommen)

Hier geht es direkt zur >>> Online-Anmeldung

BR Stationen: Frauen auf der Flucht

Die Zahl der Frauen und Kinder, die über das Mittel- meer nach Europa zu kommen versuchen, steigt laut UN-Angaben rasant an. Viele der Frauen sind trauma- tisiert von den Erlebnissen auf der Flucht. Wie schaffen sie es, dass der Mut sie nicht verlässt? Und wie finden sie die Kraft für ein neues Leben in Deutschland? Gerade die geflüchteten Frauen, die nicht im Familien- verbund nach Deutschland kommen, sondern alleine oder nur mit den Kindern, haben zumeist besonders harte Zeiten hinter sich: Entweder sind sie noch im Herkunftsland Opfer von Zwangsheirat, Genitalverstümmelung oder sonstiger Gewalt gewesen – oder sie geraten auf der Flucht in die Hände von Schleppern oder Men- schenhändlern, werden sexuell missbraucht oder misshandelt. Die Fachkonferenz Frauen und Ökumene der ELKB versucht seit geraumer Zeit auf die besondere Schutzwürdigkeit von allein reisenden und allein lebenden geflüchteten Frauen aufmerksam zu machen. Der Bayerische Rundfunk hat dazu im Rahmen der Sendereihe "Stationen" eine Reportage angefertigt, die am 7. Dezemer 2016 ausgestrahlt wurde. Im Interview u.a. Dr. Andrea König, Leiterin der Fachstelle für Frauenarbeit und Geschäftsführerin der Fachkonferenz Frauen und Ökumene.

Weitere Informationen zum Beitrag finden Sie >>> hier

Zur Mediathek des BR gelangen Sie hier >>> Stationen. Frauen auf der Flucht 07.12.2016, 19.00 Uhr, BR Fernsehen, 29 Min.

Anti-Gender-Hetze ist keine Bagatelle

Um den Fachbegriff Gender ist ein neuer Kulturkampf entbrannt, neokonservative und rechte Kräfte ziehen europaweit gegen eine liberale Geschlechterpolitik zu Felde. Über die politischen Hintergründe informiert jetzt das Evangelische Zentrum Frauen und Männer und gibt konkrete Tipps für den Umgang mit Stammtischparolen. "Wir folgen dem Aufruf von Präses Schwaetzer, rechts- populistischen Tendenzen in Kirche und Gesellschaft konsequent entgegenzutreten", erklärt Dr. Eske Wollrad, Geschäftsführerin des Evangelischen Zentrums Frauen und Männer. "Die Stimmungsmache gegen Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt ist keine Bagatelle", betont auch Peter Brockmann, Vorsitzender des Gleichstellungsbeirats der Bremischen Evangelischen Kirche.

Weitere Information finden Sie hier >>> Gender. ismus?

"Hier ist nicht Mann noch Frau" - EKD Materialheft

Zum Tag der Menschenrechte 2016 hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine Materialsammlung unter dem Titel „Hier ist nicht Mann noch Frau“ - Recht auf Gleichbehandlung ungeachtet sexueller Orientierung und Identität herausgebracht. Das Materialheft wirft einen Blick auf die weltweite Situation. Es enthält Informationen zur Verbreitung von Homophobie im weltweiten Kontext sowie zur Rechtssitutaion in Deutschland. Der Praxisteil beinhaltet u.a. ein Schuldbekennt- nis sowie Predigtanregungen und Fürbitten. Zudem werden wichtige Begriffe erläutert sowie Fotos und Bildmaterial bereitgestellt. 

Weitere Information und Download: >>> EKD-Materialheft

CEDAW-Alternativbericht: Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik

Am 14. Dezmeber 2016 übergibt die CEDAW-Allianz der Bundesregierung ihren Alternativbericht. Er bezieht sich auf den siebten und achten Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. Der Alternativbericht setzt sich kritisch mit den Themen Bildung und Rollenstereotype, Erwerbsleben, Teilhabe und Gender Budgeting, Gewalt gegen Frauen, Gesundheit und Internationales auseinander. Die zentrale Kritik lautet: Die Bundesregierung hat im Berichtszeitraum keine konsistente zielorientierte Gleichstellungs- politik verfolgt; die gesetzlichen Grundlagen sind in ihrer Reichweite begrenzt und bieten keinen umfassenden Schutz vor Diskriminierung. Auf Initiative des Deutschen Frauenrats schlossen sich im November 2015 zivilgesellschaftliche Organisationen zur CEDAW-Allianz zusammen. Die 38 Allianz-Mitglieder eint ihr frauen- und gleichstellungspolitisches sowie ihr menschenrechtliches Engagement. Das gemeinsame Ziel ist die Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur "Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau" (CEDAW) in Deutschland.

Weitere Information finden Sie hier: >>> Deutscher Frauenrat

Klage für Paritätsgesetz

Mehr Frauen in die Parlamente – diesem Ziel hat sich das Aktionsbündnis "Parité in den Parlamenten" verschrieben. Am 30. November 2016 wurde eine Popularklage eingereicht, um vom bayerischen Ver- fassungsgericht überprüfen zu lassen, ob das bay- erische Wahlrecht verfassungswidrig ist. Bereits seit 2014 engagiert sich das Bündnis dafür, dass der von der bayerischen Verfassung gebotene Grundsatz der "Durchsetzung der Gleichberechtigung" auch umge- setzt wird. Nach Auffassung der Antragstellerinnen ist dies nicht gegeben, solange Parteien nicht gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre KandidatInnenlisten paritätisch, also 50:50, mit Frauen und Männern zu besetzen. Das Aktionsbündnis aus verschiedenen bayerischen Frauengruppen und -verbänden wird bundesweit unterstützt und von Silke Laskowski, Professorin an der Universität Kassel vor Gericht vertreten.

Weitere Informationen: www.aktionsbuendnis-parite.de

Beginn der vorbereitenden Konsultation der Frauen des Lutherischen Weltbundes (LWB)

Frauen aus den lutherischen Kirchen Namibias haben mit den Vorarbeiten zur Vorbereitenden Konsultation der Frauen des Lutherischen Weltbundes (LWB) begonnen, die von 5. bis 8. Mai 2017 vor der LWB-Voll- versammlung (10. Bis 16. Mai) in Windhuk stattfinden soll. Es wurden Bereiche in den Blick genommen, in denen sich das Motto der Vollversammlung – Befreit durch Gottes Gnade – mit Themen überschneidet, die eine besondere Auswirkung auf Frauen haben. Die Frauen sprachen über wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Gewalt und Diskriminierung von Frauen, über Probleme, die häusliche Gewalt und Teenager-Schwangerschaften nach sich ziehen und über die Auswirkungen des Klimawandels und ungleicher Landnutzungs- und -erwerbsrechte auf die am meisten gefährdeten Gruppen, wie zum Beispiel in ländlichen Gebieten lebende oder verwitwete Frauen. Die Frauen be- sprachen auch theologische Themen zu Frauen im ordinierten Amt und in Kirchenleitungs- positionen.

Weitere Informationen finden Sie hier: >>> Lutherischer Weltbund

US Wahl - Frauen planen Protestmarsch

Zehntausende Frauen planen anlässlich der Amtsüber- nahme des künftigen US-Präsidenten Donald Trump einen Protestmarsch in Washington. Der "Million Women March" soll am 21. Januar 2017 stattfinden, einen Tag nach der Vereidigung Trumps. Trump hatte sich wiederholt abfällig gegenüber Frauen geäußert. "Heute haben wir verstanden, wie weit wir noch von einer Nation entfernt sind, die Freiheit und Gerechtigkeit für alle garantiert“, steht in einem Offenen Brief, mit dem 100 "Women of Color Leaders" in führenden Positionen in Frauen- und Menschenrechtsorganisationen zu den Protesten aufrufen.

Hier geht es zum >>> Open letter from 100 women of color leaders

Team für Pfarrfrauenarbeit neu gewählt

Das Team für Pfarrfrauenarbeit in Bayern wurde für vier Jahre neu gewählt. Das Team besteht aus sechs gewählten Frauen. Damit hat sich das Team vorerst verkleinert. Aus dem bis- herigen Team wurden wiedergewählt Charlotte Brändlein aus Burgbernheim, Cornelia Klüter aus Töging am Inn und Christine Spahlinger aus Dinkelsbühl. Neu ins Team gewählt wurden Martina Frör aus Dingolfing, Erika Möller aus Wasser- burg am Inn und Sabine Rüdiger-Hahn aus Tutzing.

Die Fachstelle für Frauenarbeit gratuliert zur Wahl!

Es grüßt Sie herzlich im Namen des Teams der Fachstelle für Frauenarbeit

Ihre Dr. Andrea König

 

 

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Redaktion: Fachstelle für Frauenarbeit

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