Newsletter Nr. 19 - März 2017

An(ge)dacht

Liebe Leserinnen und Leser!

Das Reformationsjubiläum ist in vollem Gange. Ein Jahr voller Ausstellungen, Kirchentage und Events. Das Epizentrum ist Wittenberg, wo ab Mai eine Weltausstellung zu sehen sein wird. Im Zuge dessen wird auch vielfach der Frauen der Refomation gedacht - allen voran Katharina von Bora. Die ARD strahlte jüngst einen Film über sie aus, den mehr als 7 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer sahen. Als Katharina die starke, selbstbewusste Frau wurde sie präsentiert. Leider wurden ihre letzten Jahre nicht gezeigt. Jahre, in denen sie als Witwe um ihe Existenz bangen musste. Und während die Welt um den großen Reformator trauerte, fand sie kaum Beachtung. Wegen der Pest reiste sie 1552 nach Torgau und zog sich bei einem Unfall schwerste Verletzungen zu, von denen sie sich nicht mehr erholte. Obwohl die Stadt durch die Verlegung der gesamten Universität Wittenberg nach Torgau voll mit Freunden und Bekannten gewesen sein musste, ist keine einzige Nachricht aus ihren letzten Lebensmonaten erhalten. Vermutlich starb sie in großer Einsamkeit. Eine ihrer letzten Aussagen soll gewesen sein: Sie wolle an Christus kleben wie eine Klette am Kleid. Was für ein Satz! Er spiegelt die Hoffnung, über den Tod hinaus bis in das ewige Leben mit Gott. Den auferstandenen Christus vor Augen haben. Gott vertrauen - auch in noch so schwierigen Zeiten. Es lohnt sich immer die Frauen der Reformation in all ihren Facetten vom Dunkeln ins Licht zu holen. Wir werden das weiter tun!

Das Team der Fachstelle für Frauenarbeit wünscht Ihnen eine ruhige Passionszeit!

Ihre Dr. Andrea König

Feiern Sie mit! Frauensonntag Lätare am 26.03.2017

erlöst. befreit! optimiert? - so lautet der Titel zum Frauensonn- tag für das Reformationsjubiläum 2017 in Bayern. Im Mittelpunkt steht die Paradiesgeschichte um Adam und Eva. Mit ihr verbin- den sich Motive, die kollektiv im Gedächtnis verankert sind: Adam und Eva, Eva und der Apfel, Eva und die Schlange. Mit dem Mythos um Sündenfall und Vertreibung erscheint auch die weibliche Hälfte der Menschheit in ein eher schlechtes Licht gerückt. Doch was hat Eva denn Schlimmes getan? Sind Sie neugierig? Dann ist es an der Zeit, die Eva-Geschichte neu zu lesen und zu erzählen...

Feiern Sie mit uns den Frauensonntag Lätare oder besuchen Sie den Lätare Frauengottesdienst in Ihrer Umgebung am 26.03.2017. In vielen Gemeinden in Bayern ist es üblich geworden, am Sonntag Lätare einen Frauengottesdienst zu feiern. Oder wollen Sie selbst den Gottesdienst zu einem späteren Zeitpunkt durchführen? Oder eine Andacht dazu gestalten? Dann bestellen Sie bei uns kostenlos die Arbeitshilfe zum Frauensonntag Lätare. Senden Sie einfach eine E-Mail an: f@frauenwerk-stein.de  oder rufen Sie uns an unter 0911 6806 142. Oder hier downloaden als pdf-Datei. Zudem versen- den wir kostenlos Plakate (DINA3 oder 4) z.B. für die Ankündigung in der Gemeinde sowie Postkarten mit dem Titelbild der aktuellen Ausgabe für Werbezwecke. Weitere Infos und die Möglichkeit zum Download von Materialien finden Sie >>> hier

Sommer-Highlight mit der Künstlerin Verena Reimann

Möchten Sie mehr über die weibliche Seite der Reformation erfahren und dabei bleibende Spuren im Reformationssommer 2017 hinterlassen? Haben Sie Lust keativ zu werden? Haben Sie Interesse daran sich intensiver mit einer Frau der Reformationszeit auseinanderzusetzen und ihren Namen ins Licht zu setzen?

Dann melden Sie sich an zum Projektwochenende Wegbereiterinnen ins Licht - von ihr zu mir mit der Bildhauerin und Künstlerin Verena Reimann vom 22.-23. Juli 2017 in Stein. Gemeinsam beschäftigen Sie sich in der Gruppe mit den vielen Frauen der Reformationszeit, die meist unbekannt geblieben sind. Viele von ihnen haben die Reformation aktiv mitgestaltet und ohne sie wäre die Reformation nicht denkbar gewesen. Ihr Beitrag zur Reformation fand Ausdruck in vielen alltäglichen Hand- lungen, die häufig nur am Rande in den Geschichtsquellen Erwähnung gefunden haben. Lernen Sie einige dieser unbekannten Frauen kennen. In der persönlichen Auseinander- setzung mit deren Biographie und Schicksal treffen Sie selbst eine Auswahl. Unter dem Motto "von ihr zu mir" wählen Sie eine Frauenpersönlichkeit aus, beschäftigen sich intentiver mit ihr und entdecken mögliche Gemeinsamkeiten. Dabei werden Sie künsterlisch tätig und erproben mit der Küntslerin und Bildhauerin Verena Reimann das Arbeiten mit Glas. Der Name der ausgewählten Frauenpersönlichkeit wird in einer Glasplatte verewigt und von Ihnen mit einem eigenen Symbol ausgestaltet. Die Ergebnisse werden als Permanent- installation auf dem Gelände des FrauenWerk Stein als bleibende Erinnerung gemeinsam fixiert und präsentiert. Ein gemeinsames Frauenmahl rundet das Projektwochenende ab. Bauen Sie an dem Kunstwerk mit und holen Sie eine Frau vom Dunkeln ins Licht!

>>> Weitere Informationen und Anmeldung

Buch zu Frauen der Reformation im süddeutschen Raum

Zum Reformationsjubiläum ist ein 256 Seiten starker Publikationsband mit dem Titel "Vom Dunkel ins Licht"- Frauen der Reformation im süddeutschen Raum von der Fachstelle für Frauenarbeit erschienen. Die Publikation zeigt in 15 Kapiteln prominente aber auch unbekanntere Facetten zum Thema Frauen und Reformation. Sie macht u.a. deutlich auf welche Methoden Frauen zur Durch- setzung ihres Unmuts über die Misstände in der katholischen Kirche zurückgriffen und welche Wege sie fanden, um ihre neue Überzeugung öffentlich zu demonstrieren. Der Band enthält ein Frauenregister mit über 200 Frauennamen sowie zahlreiches Bildmaterial. Die Publikation kann über die Fachstelle für Frauenarbeit für 10 Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden (Mail an: f@frauenwerk-stein.de  oder Tel. 0911 6806 142).

Interessant! Der Publikationsband ist als Begleitband zur gleichnamigen Wander- ausstellung erschienen, die ausgeliehen werden kann. Fragen Sie bei uns an! Hier finden Sie >>> Informationen zur Ausstellung

18. März 2017 Equal Pay Day - Aktionstag für gleiche Bezahlung

Der Equal Pay Day bezeichnet den internationalen Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männer. Der Tag markiert markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell in Deutschland 21 Prozent beträgt.Das bedeutet, dass Frauen umgerechnet 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen), also bis zum 18. März 2017 umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

Wie bereits in den Vorjahren finden im Vorfeld und direkt am Equal Pay Day bundesweit zahlreiche Aktionen statt. Aus der ganzen Republik kommen am zehnten Equal Pay Day Frauen und Männer aus Gesellschaft, Wirtschaft, Medien und Politik zu einem großen Kongress in Berlin zusammen. Unter dem Motto „endlich partnerschaftlich durchstarten“ findet ein Austausch zu den Ursachen der Lohnlücke statt und gemeinsam werden konkrete, umsetzbare Schritte zur Schließung der Lohnlücke entwickelt. Chancengleichheit und faire Löhne bringen Vorteile für Frauen, Männer und Wirtschaft.

Weitere Informationen zum Equal Pay Day finden Sie >>>hier

Fachstelle für Frauenarbeit und Männerarbeit der ELKB beziehen gemeinsam Stellung

Schöne heile Welt in blau und rosa? Ein Plädoyer gegen Gender-Abwertung und für ein vorurteilsfreies Menschen- bild lautet die Überschrift der gemeinsamen Stellungnahme der Fachstelle für Frauenarbeit und der Männerarbeit der ELKB zur aktuellen Genderdebatte.

Europaweit ist derzeit zu beobachten, dass konservative Gruppen Stimmung gegen "Gender" machen. Sie warnen vor der Zerstörung der Familie, der natürlichen Ordnung sowie vor frühkindlicher Sexualisierung, sprechen von "Gender-Gaga" und "Genderwahn". Der so genannte "Genderismus" wird von neokonservativen und rechtspopulistischen Kräften zum neuen ideologischen Feindbild erklärt. Mit Hilfe der Abwertung des Gender-Begriffs wird ein stereotypes Bild von Mann- und Frausein sowie Familie gezeichnet und versucht, andere Lebensentwürfe zurückzudrängen. Mit einer gemeinsamen Pressemitteilung haben sich die Fachstelle für Frauenarbeit im FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und die Evangelische Männer- arbeit der Evang.-Luth. Kirche in Bayern klar gegen diese Gender-Abwertung positioniert. Hier geht es zur >>>vollständigen Pressemitteilung.

Weitere Infos finden Sie im >>>Flyer Gender der EKD.

Christinnen am rechten Rand - Evangelische Frauen in Deutschland beziehen Position

Menschenfeindlich denken und handeln - mit uns nicht! Angesichts verstärkter rechstspopulistischer Strömungen in Deutschland beziehen die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) klar Position. Berechtigte Sorgen und Ängste in der Bevölkerung seien ernst zu nehmen, bestehende Ungerechtigkeit in der Gesellschaft deutlich zu kritisieren - ebenso allerdings die Instrumentalisierung von Ängsten für rechtspopulistische Ideologien. "Wir werden uns gegen Menschenfeindlichkeit und Gewalt jeglicher Art positionieren und uns entschieden für Respekt und Toleranz sowie für den Schutz und die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzen", heißt es in der >>>EFiD-Resolution.

Sexismus im EU-Parlament: "Frauen sind schwächer, kleiner und weniger intelligent"

Foto: De Visu/shutterstock

Diese Ansicht äußert der polnische Abgeordnete Janusz Korwin- Mikke im EU-Parlament bei einer Debatte über die Kluft bei der Bezahlung von Männern und Frauen.  Der 74-Jährige hatte sich bei einer Debatte Anfang März über die Kluft bei der Bezahlung von Männern und Frauen während der Redezeit einer spanischen Sozialdemokratin zu Wort gemeldet: "Natürlich müssen Frauen weniger verdienen als Männer, denn Frauen sind schwächer, sie sind kleiner und sie sind weniger intelligent." Als Beweis für seine Argumentation führte er an, dass sich unter den hundert besten Schachspielern ja auch keine Frauen befänden. Korwin-Mikke ist fraktionslos und im EU-Parlament immer wieder wegen Entglei- sungen verwarnt oder bestraft worden.

Die Internationale Soziale Bewegung Avaaz, die Online über das Internet Aktionsformen initiiert, hat eine Petititon ins Leben gerufen. Die Petititon fordert die Suspendierung des EU-Abgeordneten Janusz Korwin-Mikke.

Sie möchten die Aktion unterstützen? Hier geht es zur >>>Petition

Ökumenischer Frauenpredigtpreis - Ausschreibung

Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) lobt zum fünften Mal gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Frauenbund (DEF) den Ökumenischen Frauenpredigtpreis aus. Das Motto lautet: "Eins sein in Christus" und bezieht sich auf den Bibeltext Galater 3,26-28. Schirmfrau der Aktion ist Annette Schavan, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl.

Evangelische und katholische Frauen, die sich mit dem Bibeltext Galater 3,26-28 bereits befasst haben oder dies noch tun werden, können sich mit einer Predigt, einer Ansprache oder einer Andacht zum Motto "Eins sein in Christus" bis zum 30. Mai 2017 bewerben. Der Beitrag soll frauenorientiert und ökumenisch ausgerichtet sein. Beteiligen können sich auch Frauen, die nicht Mitglied in einem der beiden Frauenverbände sind. Bewerbungsunterlagen und Kriterien für den Wett- bewerb befinden sich auf der Internetseite der KDFB unter >>>Ausschreibung.

#Reformatorinnen gesucht

Sie kennen eine Frau, die mit Ideen, Engagement und Glauben die Welt verändert? Dann beteiligen Sie sich an der Aktion #Reformatorin. Der Evangelische Presseverband für Bayern e.V. sucht zusammen mit vielen anderen Kooperations- und Medienpartnern Frauen, deren Wirken unsere Gesellschaft verändert. Mit dem Projekt wird der Blick auf Frauen gerichtet, die sich für große und kleine Reformen in unserer Gesellschaft engagieren – mit ungewöhn- lichen Ideen, in einem Kontext, in dem es nicht (nur) um Geld geht, sondern um Werte- orientierung und gesellschaftliche Veränderung. Für die Ausschreibung können sich Frauen aus dem deutschsprachigen Raum selbst nominieren oder andere Frauen empfehlen – Ehrenamtliche, Künstlerinnen, Aktivistinnen, Pfarrerinnen, Mütter, Vordenkerinnen, Wissen- schaftlerinnen oder Unternehmerinnen.

Hier geht es zur Aktion >>>Reformatorinnen gesucht

Neues feministisches Netzwerk

Wie sich etwa am 21. Januar mit dem "Women's March on Washington" und den zahlreichen inter- nationalen Schwesternmärschen zeigte, zieht es weltweit immer mehr Menschen auf die Straßen, um angesichts von Rechtspopulismus für Frauen- und Menschenrechte zu kämpfen. Nun hat sich in Deut- schland ganz im Zeichen der internationalen Soli- darität eine neue Initiative namens "Feministisches Netzwerk" gebildet. "Wir sind überzeugt: Frauenrechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind Frauenrechte. Wir kämpfen also für eine Gesellschaft, in der alle Menschen – egal, welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welcher Beruf, welches Einkommen, welche Herkunft, welche Religion, welche Fähigkeiten oder sexuelle Orientierung sie haben – ohne strukturelle Hindernisse frei, sicher und selbstbe- stimmt leben und für ihre (Wahl-)Familien sorgen können", so heißt es in den Leitgedanken des Netzwerkes.

Weitere Informationen zum Netzwerk finden Sie >>>hier

Personalia

Angela Ringlein, Germanistin und Journalistin, ist seit Anfang Januar 2017 für die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit der Fachstelle für Frauenarbeit im FrauenWerk Stein e.V in der Evang-Luth. Kirche in Bayern zuständig. Gleichzeitig über- nimmt sie die Geschäftsführung der Evangelischen Frauen in Bayern (EFB). 

Frau Ringlein verfügt über ein fundiertes Fachwissen und grundlegende Berufserfahrung. Wir freuen uns Sie bei uns im Team der Fachstelle für Frauenarbeit begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie herzlich im Namen des Teams der Fachstelle für Frauenarbeit

Ihre Dr. Andrea König

 

 

Impressum/Rechtliche Hinweise
Wir freuen uns darüber, wenn Sie uns weiterempfehlen. Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, wenden Sie sich bitte an f@frauenwerk-stein.de.
FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche Bayern, Fachstelle für Frauenarbeit
Deutenbacher Str. 1, 90547 Stein | Tel. (0911) 6806-0 | Fax (0911) 6806-177
Redaktion: Fachstelle für Frauenarbeit

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