Newsletter Nr. 23 - März 2018

An(ge)dacht

Liebe Leserinnen und Leser,

endlich - es ist März. Nicht nur der Frühling erwartet uns, sondern wir blicken auf einen vollgepackten Frauenmonat: Weltgebetstag, Weltfrauentag, Frauensonntag Lätare und der Equal Pay Day. Und mit dem internationalen Weltfrauentag am 8. März startete bundesweit auch das Jubiläumsjähr 100 Jahre Frauenwahlrecht. Bereits 1910 formulierte Hedwig Dohm, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin: "Glaube nicht, es muss so sein, weil es nie anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte für sterile Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!" Ein schöner Satz, um zu ermutigen. Ein Satz, der im Kern aber auch eine immer noch geltende Erkenntnis beinhaltet: Noch nie wurden Frauen Rechte zugestanden, die sie nicht einforderten. Als evangelische Vertreterinnen der Frauenarbeit wollen wir Möglichkeiten schaffen, aber auch Rechte einfordern und ermutigen. Wie gut, dass es zumindest seit 100 Jahren das Wahlrecht für Frauen in Deutschland gibt! Das ist ein Grund zu feiern! Gott sei Dank!

„Menschenrechte haben kein Geschlecht“, rief Hedwig Dohm

„Menschenrechte haben kein Geschlecht“, rief Hedwig Dohm

Das Team der Fachstelle wünscht einen schönen Frühlingsstart!

Ihre Dr. Andrea König

Veranstaltungshighlight mit Marion Küstenmacher

Marion Küstenmacher ist evangelische Theologin, Germanistin und Autorin. Zusammen mit ihrem Mann Werner Tiki Küstenmacher veröffentlichte sie mehrere simplify-Bücher, aber auch Bücher u.a. aus dem Bereich Spiritualität. Im April bietet sie in Stein einen kreativen Mystiktag für Neugierige an. Sie eröffnet die Welt der Bilder und Symbole der Mystikerinnen, mit denen gemeinsam experimentiert werden soll. Die Fachstelle für Frauenarbeit und das Team für Pfarrfrauenarbeit in Bayern laden Sie herzlich zu dieser sicher spannenden und ungewöhnlichen Veranstaltung ein. Melden Sie sich an!

>>> Hier geht es zur Anmeldung zur Veransatltung mit Marion Küstenmacher

Veranstaltungstipps März/April 2018

Sichern Sie sich Ihren Platz für die kommenden Veranstaltungen:

Freitag, 16.03.2018, 15:00 - 19:00 Uhr
>>> Tod und Trauer am Arbeitsplatz... oder: reicht kondolieren eigentlich aus?

Samstag, 14.04.2018, 9:30 - 16:30 Uhr
>>> Bilder sind eine Verlockung zu Gott - Ein kreativer Mystiktag für Neugieriege

Samstag, 21.04.2018, 10:00 -17:00 Uhr
>>> Frieden - Peace - Shalom - Salam: Tänze für den Frieden

Samstag, 28.04.2018, 10:00 - 16:00 Uhr
>>> Gender Interruptus - Er, sie, es oder ganz anders. Fachtag Gender

Gender Interruptus - Er, sie, es oder ganz anders?

Genderkritik scheint sich zu einem neuen Volkssport zu entwickeln. Von Rechtspopulisten, in Talkshows, in Feuilletons, im Netz, aber auch aus manchen kirchlichen Kreisen wird die Geschlechterforschung attackiert. Ängste, Sorgen, Unsicherheiten machen sich breit, aber auch neue Debatten über Rollenvorstellungen und strukturelle Benachteiligungen. Zeit, sich bei einem Fachtag genauer mit der Thematik zu beschäftigen. Wir machen Gender zum Thema. Gemeinsam mit der Männerarbeit, der Ev. Jugendarbeit, dem Theologinnenkonvent, dem Spirituellen Zentrum im Eckstein, der Projektstelle gegen Rechtsextremismus und unter Beteiligung des Referats für Chancengerechtigkeit der ELKB veranstaltet die Fachstelle am 28. April 2018 in Nürnberg einen großen Fachtag mit zahlreichen Gästen und Workshops.

>>> Hier finden Sie weitere Informationen

Tourdaten der Wanderausstellung

Termine und Orte für Ihren Besuch der Ausstellung "Vom Dunkel ins Licht - Frauen der Reformation im süddeutschen Raum" der Fachstelle für Frauenarbeit:

  • 09.03. - 02.04.2018    München
  • 09.04. - 28.04.2018    Augsburg
  • 25.04. - 23.05.2018    Bretten, Baden-Württemberg
  • 01.06. - 31.07.2018    Nürnberg
  • 05.10. - 29.10.2018    Schwabach-Dietersdorf
  • 21.10. - 04.11.2018    Heilsbronn

>>> Weitere Informationen zur Ausstellung und zu Vorträgen und Führungen finden Sie auf der Homepage der Fachstelle für Frauenarbeit

Sie wollen mehr erfahren? Hier können Sie sich den >>>Bestellcoupon für den umfangreichen Begleitband zur Ausstellung herunterladen. Einfach ausfüllen und per E-Mail f@frauenwerk-stein.de oder Fax  0911- 6806 177 an uns zurücksenden.

Preis: 10 Euro zzgl. Versandkosten (256 Seiten mit umfangreichem Bildmaterial)

Besuchen Sie die Fachstelle für Frauenarbeit jetzt auch auf facebook

(c) fotolia

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Equal Pay Day 2018 - Altersarmut ist weiblich

Die Anzahl von Menschen, die in Deutschland in Armut leben müssen, wächst. Für über eine halbe Million Menschen in Deutschland reicht die Rente zum Leben nicht aus. 61 Prozent davon sind Frauen. Mit einer gemeinsamen Positionsbestimmung haben wir als Fachstelle für Frauenarbeit und FrauenWerk Stein zusammen mit mehreren evangelischen Organisationen zur Lohnlücke zwischen Frauen und Männern Stellung bezogen. Anlass ist der Equal Pay Day – der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen statistisch gesehen umsonst arbeiten. Er fällt in diesem Jahr auf den 18. März.

Eine fatale Kombination aus traditioneller Arbeitsverteilung und fragmentierter Erberwerbsbiographie führt dazu, dass Frauen vor allem im Alter deutlich stärker von Armut bedroht sind als Männer. Der so genannte "Gender Gap" beträgt dem statistischen Bundesamt zufolge in Deutschland 21 Prozent. Im Alter wird der geschlechtsspezifische Unterschied zwischen Frauen und Männern sogar noch größer.

Zusammen mit dem Diakonischen Werk, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, dem Dachverband Evangelische Frauen in Bayern und der Stabsstelle für Chancengerechtigkeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sind wir der Auffassung, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen nach christlicher Überzeugung ein Gebot der Gerechtigkeit ist.

>>> Lesen Sie hier die Positionsbestimmung und die Geschichten von vier Frauen zum Thema Altersarmut

§219a - Frauen haben ein Recht auf freie Information und freie Arztwahl!

Die Verurteilung einer Ärztin zu einer Geldstrafe wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche durch das Amtsgericht Gießen hat Ende letzten Jahres eine längst überfällige Debatte zurück ins Licht der Öffentlichkeit geholt. Die Urteilsbegründung der Vorsitzenden Richterin: "Der Gesetzgeber möchte nicht, dass über den Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, als sei es eine normale Sache." Es verwundert, dass eine Richterin nicht in der Lage zu sein scheint den Unterschied zwischen Information und Werbung zu erkennen. Ein Urteil, das die Gemüter erregt und für viel Aufsehen sorgt. Stein des Anstoßes ist der Paragraf 219a des Sttrafgesetzbuches. Er verbietet das Anbieten, Ankündigen oder Anpreisen von Schwangerschaftsabbrüchen aus einem finanziellen Vorteil heraus, oder wenn dies in "grob anstößiger Weise" geschieht.  Der Verband Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) fordert nun in einer Presseerklärung die Abschaffung des auch unter Jurist*innen umstrittenen Paragrafen. Der Dachverband EFiD versteht sich als Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. "§219a verbietet ja nicht nur die Werbung für Schwangerschaftsabbrüche – die unter ganz eng definierten Voraussetzungen in Deutschland straffrei gestellt sind – sondern dieser Paragraph verbietet ja bereits die schlichte sachliche Information über Schwangerschaftsabbrüche", erklärt EFiD-Vorsitzende Susanne Kahl-Passoth. Damit haben Frauen in Notlagen keine Möglichkeit, sich eigenständig und unabhängig von offiziellen Beratungsstellen zu informieren. Dass ein Gesetz, das als eines der ersten Gesetzesvorhaben der Nationalsozialisten 1933 in Kraft trat, im Jahr 2018 weiterhin Bestand hat, mutet schlicht skandalös an. Die Tatsache, dass es sich bei der verurteilten Ärztin in ganz Gießen um die einzige Praxis handelt, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt, wertete der Staatsanwalt keineswegs als Ausdruck des zunehmend restriktiven gesellschaftlichen Klimas. Vielmehr entstehe der Ärztin, wenn ihr die „offensive Werbung“ auch noch gestattet sei, ein „nicht unerheblicher Wettbewerbsvorteil“. Über einen solchen Zynismus kann frau nur noch laut aufstöhnen und darüber schlicht verzweifeln. 70 Kolleginnen und Kollegen hatten sich bereits vor dem Prozess via Appell mit der angeklagten Ärztin solidarisiert. Mindestens zwei von ihnen werden demnächst ebenfalls vor einem deutschen Gericht stehen. Eins ist nicht erst seit dem Gießener Urteil klar: In Deutschland ist das Recht auf Abtreibung keineswegs gesichert. Der Backlash ist in vollem Gange.

>>> Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung von EFiD.

Weiterführende Informationen: Der Verband der Evangelischen Frauen in Hessen Nassau hat eine Argumentationshilfe gegen §219a zusammengestellt.

>>> Download Positionierung und Argumentatioshilfe zum §219a StGB

Sexuelle Gewalt: Kirchliche Kommission bleibt bestehen

Vor drei Jahren hat die evangelische Landeskirche eine Kommission eingerichtet, die Missbrauchs-Fälle aufarbeitet. Seither hat die Kirche 439.400 Euro an Missbrauchsopfer gezahlt. Nun fiel die Entscheidung, dass die Anlaufstelle für Opfer von sexueller Gewalt für weitere zwei Jahre bestehen soll. Trotz zurückgehender Fallzahlen habe der Landeskirchenrat beschlossen, das vor drei Jahren eingerichtete Gremium fortzuführen. „Die Beträge können das Geschehene nicht wieder gutmachen. Sie können lediglich als symbolischer Akt verstanden werden“, sagte Kommissionsmitglied Hanna Moritzen. Wichtig sei, dass Betroffene in ihrem Leiden und den oft bis in die Gegenwart anhaltenden Folgebeschwerden durch die Kirche wahrgenommen würden und Gehör fänden. Die Kommission hat den Angaben zufolge bisher über 24 Anträge von Betroffenen beraten, die ihre Ansprüche wegen Verjährung rechtlich nicht mehr geltend machen können. Über 23 Fälle seien entschieden, ein Fall werde noch bearbeitet. Den Kommissionsvorsitz haben die Direktorin des Amtsgerichts Ingolstadt und frühere Synodalpräsidentin, Dorothea Deneke-Stoll, und der ehemalige Diakoniepräsident Ludwig Markert inne.

Argula von Grumbach Preisausschreibung

Auch 2018/2019 schreibt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern zur Förderung der Gleichstellung und Chancengerechtigkeit wieder den Argula von Grumbach Preis aus. Passend zum 100jährigen Jubiläum zur Einführung des Frauenwahlrechts sowie der Kirchenvorstandswahlen und Landtagswahlen in Bayern lautet das diesjährige Thema "Sitz und Stimme in (Kirchen)Parlamenten. Frauen wählen und werden gewählt." Heute braucht es zwar nicht mehr so viel Kühnheit und Mut wie im 16. Jahrhundert, als Argula von Grumbach für ihre reformatorischen Überzeugungen und ihr publizistisches Wirken massiven Anfeindungen ausgesetzt war, gleichwohl ist das Erreichen von gerechter Teilhabe auch im kirchlichen Kontext häufig ein steiniger Weg. Während die politischen Bedingungen in den letzten Jahren kontinuierlich geschaffen wurden, keine Grenzen qua Geschlecht in der Gesellschaft zu erleben, müssen Frauen dennoch immer wieder in vielen Bereichen feststellen, trotzdem an eine Art gläserne Decke zu stoßen. Oft stellt sich die Frage, was über den politischen Wandel hinaus passieren muss, um diese gläserne Decke zum Einsturz zu bringen?

Neben schriftlichen Arbeiten, die sich mit Frauenpartizipation in politischen und kirchlichen Gremien auseinandersetzen, können ebenfalls innovative Projekte aus der Praxis zum Thema eingereicht werde. Nähere Informationen entnehmen Sie im u.a. Flyer.

>>> Hier können Sie den Flyer zum Argula von Grumbach Preis herunterladen.

Bundesverband EFiD zur Diskussion um das muslimische Kopftuch

In einem ausführlichen Kommentar hat sich der bundesweite Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) nun dafür ausgesprochen, Religionsfreiheit und Religionsfrieden zu stärken und nicht einzelne Kleidungsstücke von Frauen  ins Zentrum gesamtgesellschaftlicher Debatten zu stellen und diese dabei emotional und symbolisch aufzuladen. „Zur grundgesetzlich garantierten freien Entfaltung der Persönlichkeit gehört auch das Recht jeder Frau, frei über ihre Kleidung zu entscheiden“, erläutert EFiD-Vorsitzende Susanne Kahl-Passoth.

>>> Pressemitteilung von EFiD

>>> Lesen Sie hier den ausführlichen Kommentar von EFiD

EFiD ist die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Als Dachverband von 39 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 3 Millionen Mitgliedern ermutigt EFiD Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben. Die EFiD fördert und unterstützt die Arbeit von und mit Frauen in kirchlichen Bezügen. Das FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern ist Mitglied bei EFiD.

Maria Magdalena: Die Apostelin der Apostel im Kino

Maria Magdalena ist die erste Zeugin am Grab und die erste Verkündigerin der Auferstehung. Ein neuer Film erzählt nun die Geschichte der "Apostelin der Apostel". In der Bibel hat Maria Magdalena nur kurze Auftritte, aber die sind stark: Sie gehört zu den letzten getreuen Anhänger*innen, die Jesu im Sterben begleiten und sie ist am leeren Grab schließlich die erste Zeugin der Auferstehung. Der Film "Maria Magdalena" von Garth Davis versteht sich bewusst als Versuch der Rehabilitation der Maria Magdalena als eine den Aposteln gleichgestellte Begleiterin Jesu. Schon seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und vor allem in der feministischen Theologie hat sich diese Aufwertung zunehmend durchgesetzt. Wie im Abspann zitiert, fand die Würdigung Marias als "Apostola Apostolorum" (Apostelin der Apostel) zuletzt 2016 ihren Ausdruck in einem von Papst Franziskus ausdrücklich erwünschten Dekret der Gottesdienst-Kongregation, mit dem der Gedenktag der heiligen Maria Magdalena am 22. Juli in den Rang eines Festes erhoben wurde. Der Film steht quasi als Antithese zu dem bisherigen Sünderinnen-Image, das sich auch gerade durch Darstellungen in der Kunst manifestierte. Spektakuläre Umdeutungen bleiben aus, still und präzise entfaltet sich die Überzeugung, Maria Magdalena ist die erste Verkündigerin der Auferstehung.

 

Es grüßt Sie herzlich 

Ihre Claudia Schweneker
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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Wir freuen uns darüber, wenn Sie uns weiterempfehlen. Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, wenden Sie sich bitte an f@frauenwerk-stein.de.
FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche Bayern, Fachstelle für Frauenarbeit
Deutenbacher Str. 1, 90547 Stein | Tel. (0911) 6806-0 | Fax (0911) 6806-177
Redaktion: Fachstelle für Frauenarbeit

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