Frauen auf der Flucht


Fluchtwege bitte freihalten!

Die Fachstelle für Frauenarbeit unterstützt die Plakat- und Mailaktion "Fluchtursachen bekämpft man nicht mit Mauern" von Mission EineWelt. Dieses Plakatmotiv ist von 23. Januar bis Mitte März 2018 in verschiedenen bayerischen Städten zu sehen. Damit steht die Politik der Bundesregierung in der Kritik, die unter dem Feigenblatt „Fluchtursachenbekämpfung“ Abschottungspolitik betreibt. Die Ursachen dafür, dass Menschen angesichts desaströser Lebensumstände in ihrer Heimat keine andere Möglichkeit mehr sehen als Flucht, werden mit dieser Politik jedenfalls nicht im Geringsten zum Positiven verändert.

Ein Anfang wäre die Umsetzung folgender Maximen. Mit einer Mail an Bundeskanzlerin Merkel können Sie die Bundesregierung zum entsprechenden Handeln auffordern:

◾menschenwürdige Arbeit
◾keine Waffenexporte in Krisenregionen
◾Religionsfreiheit weltweit
◾Klimaziele einhalten
◾gerechter Welthandel

Generell gilt im Sinne der christlichen Nächstenliebe und der Humanität, und somit ganz im Sinne der Werte, die bei Bedarf gerne als „westliche“ propagiert und vereinnahmt werden: Fluchtwege bitte freihalten!

Weltflüchtlingstag 20.06.2017 - Unterstützung von Frauen auf der Flucht

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni veröffentlicht die Frauenrechtsorganisation medica mondiale aktuelle Zahlen zu "Frauen auf der Flucht". Danach sind ein Drittel aller Geflüchteten in Deutschland Frauen und Mädchen. Sie sind nicht nur in ihren Heimatländern und auf ihren Fluchtwegen, sondern auch im Aufnahmeland von Gewalt und Traumatisierungen betroffen.

>>> Pressemitteilung medica mondiale 14.06.2017

>>> mediaca mondiale

Teilnahme am Integrationskurs soll nicht an fehlender Kinderbetreuung scheitern

Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 22.03.2017. Die Bundesregierung erleichtert Eltern mit kleinen Kindern die Teilnahme an Integrationskursen. Ab sofort fördern das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium des Innern (BMI) für diese Mütter und Väter eine kursbegleitende Betreuung, wenn deren Kinder noch nicht in eine reguläre Kita oder Kindertagespflege gehen können.  Bundesfamilienministerin Schwesig betont: „Ich freue mich, dass wir mit diesem Angebot vor allem vielen geflüchteten Frauen mit kleinen Kindern helfen können. Künftig haben sie die gleichen Möglichkeiten wie Männer, einen Integrationskurs zu besuchen und unsere Sprache zu lernen – die Grundvoraussetzung für eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz. Das ist auch im Hinblick auf die Gleichberechtigung sehr wichtig. Die Fehler der Vergangenheit, sich nur auf die Arbeitsmarktintegration der Männer zu konzentrieren, dürfen wir nicht wiederholen.“ Die Kosten von bis zu zehn Millionen Euro werden zu gleichen Teilen durch das BMFSFJ und das BMI finanziert.

>>> Pressemitteilung vom 22.03.2017

STATIONEN - Frauen auf der Flucht. BR Fernsehen 07.12.2016

Sendebericht des Bayerischen Rundfunks über Frauen auf der Flucht, u.a. mit einem Interview mit der Leiterin der Fachstelle für Frauenarbeit Dr. Andrea König. Inhalt der Sendung: Alltag im Flüchtlingsheim, Schutzräume etc.

>>> Mediathek

Frauenwerk Stein e.V. fordert stärkere frauenspezifische Betreuung allein reisender weiblicher Geflüchteter

PRESSEMITTEILUNG  Stein, 9. Juni 2016 Die Notwendigkeit separater Unterkünfte und spezifischer Beratungsangebote für geflüchtete Frauen kann erstmals mit Zahlen belegt werden: Derzeit leben in Bayern 9297 allein reisende weibliche Geflüchtete, davon sind 4083 Frauen alleinerziehend. Demgegenüber stehen im Freistaat derzeit 33 Unterkünfte, die ganz oder teilweise Frauen und Kindern vorbehalten sind. Die Zahlen entstammen einem Antwortschreiben der bayerischen Staatsministerin Emilia Müller vom 20. Mai 2016. Die Anfrage wurde initiiert von der grünen Landtagsabgeordneten Verena Osgyan, die sich, gemeinsam mit Elisabeth Schwemmer vom internationalen Frauencafé in Nürnberg und Dr. Andrea König vom FrauenWerk Stein e.V. in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für die Belange geflüchteter Frauen einsetzt.

Über die genaue Anzahl der Plätze für allein reisende Flüchtlingsfrauen gibt das bayerische Staatsministerium in dem Schreiben keine Auskunft, deutlich wird jedoch, dass dieses Angebot längst nicht den Bedarf an geschütztem Wohnraum deckt. Wissenschaftliche Untersuchungen in der Münchner Bayernkaserne und im Klinikum Nürnberg haben ergeben, dass rund 40 Prozent der untersuchten Flüchtlingsfrauen und Kinder posttraumatische Belastungsstörungen aufweisen. „Frauen fliehen einerseits vor der traumatisierenden Situation im eigenen Land, andererseits erleiden sie oft weitere Traumatisierung auf dem Fluchtweg. Vergewaltigungen, Zwangsprostitution und andere Gewalterfahrungen sind keine Seltenheit“,  weiß Dr. Andrea König. „Wir fordern deshalb den Ausbau der Betreuungsangebote für geflüchtete Frauen, vor allem auch in der Traumabehandlung.“

Die psychosoziale Betreuung in den bayerischen Flüchtlingsunterkünften ist unzureichend. Der angestrebte Betreuungsschlüssel sieht eine Betreuerin bzw. einen Betreuer für maximal 150 Geflüchtete vor. Real liegt er in den meisten Unterkünften bei 1:400. Nach wie vor ist unklar, wer die Kosten bei der Unterbringung in einem Frauenhaus trägt. Zudem sind die Kapazitäten der bayerischen Frauenhäuser bereits ausgelastet, allein 2014 mussten 4200 bedürftige Frauen in Bayern abgewiesen werden. „Auch hier bedarf es dringend weiterer Maßnahmen“, fordert Dr. Andrea König.

>>> Pressemitteilung 08.07.2016

Weibliche minderjährige Geflüchtete brauchen professionelle Hilfe und ehrenamtliches Engagement

Tagung in München widmete sich der geschlechterbezogenen Perspektive von pädagogischer Arbeit und Hilfsangeboten

Begleitete und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben oft traumatische Erfahrungen hinter sich, wie die Trennung von der Familie, Kriegserlebnisse, die Ungewissheit über den Verbleib von Freunden und Verwandten und eine entbehrungsreiche lebensgefährliche Fluchtgeschichte. Besonders weibliche Geflüchtete sind zudem sexuellen Gewalterfahrungen ausgesetzt. Als selbst Betroffene oder Zeugin können nahezu jedes Flüchtlingsmädchen und jede Flüchtlingsfrau ihre eigene Missbrauchsgeschichte erzählen, die sich häufig erst auf dem Fluchtweg ereignet.

Über diese bestürzende Statistik sowie über Hilfsmaßnahmen für Betroffene diskutierten sozialpädagogische und psychosoziale Fachkräfte sowie Verwaltungspersonen und Entscheider*innen auf der Tagung „männlich-weiblich-geflüchtet – Geschlechterbezogene soziale Arbeit mit jungen Geflüchteten“, die am 30. Juni und 1. Juli im Münchener Salesianum stattfand. Veranstalter*innen waren das Stadtjugendamt München, die BAG Mädchenpolitik, die BAG Jungenarbeit und die BAG Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (BAG ESJA), als Kooperationspartner agierten das FrauenWerk Stein e.V., esja Bayern, meinTestgelaende.de, LAG Mädchenpolitik Bayern, LAG Jungenarbeit Baden-Württemberg e.V., CJD e.V. und das Netzwerk Jungenarbeit München.

Die Vorträge und Workshops widmeten sich dem Ziel, die Bedarfe der migrierten Mädchen und Jungen sowie der betreuenden Personen aufzugreifen. Besonderer Fokus lag hierbei auf der Bedeutsamkeit einer geschlechterbezogenen Perspektive  für die pädagogische Arbeit, spezifische Bedürfnisse von Flüchtlingsmädchen und –jungen wurden herausgearbeitet. Dr. Andrea König und Bettina Möller leiteten für das FrauenWerk Stein e.V. den Gesprächstisch zum Thema „Modelle der Fortbildung und Bildung in der evangelischen Flüchtlingsarbeit – insbesondere mit dem Blick auf Flüchtlingsfrauen“. Eruiert wurde, an welchen Stellen Ehrenamtliche Hauptamtliche in der Arbeit mit geflüchteten Mädchen und Frauen unterstützen können und mit welchen Bildungsangeboten das FrauenWerk Stein e.V., Fachstelle für Frauenarbeit das Engagement der Ehrenamtlichen professionalisieren kann.

Das Programm der Tagung finden Sie hier >>

Allgemein:

Die bundesweite Datenbank "Bürgernetz" listet aktuelle Projekte auf, die gerade ehrenamtliche Unterstützung suchen. Für Angebote in der Flüchtlingshilfe geben Sie die Suchbegriffe "Einwanderung" oder "Asyl" ein. Mit "904" für die Postleitzahl erhalten Sie beispielsweise nur Einträge für Nürnberg.

Hier geht es zur >>> Datenbank Bürgernetz

Informationen:

Wer darüber nachdenkt ggf. Flüchtlinge bei sich privat aufzunehmen, kann sich über folgende Homepages gut informieren:

Hier geht es zu den Infos >>> Wie kann ich helfen?

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ein Themenportal zur Flüchtlingssituation eingerichtet. Dort finden sich aktuelle Statements, Berichte und Erklärungen zur Lage der Situation.

Hier geht es zum >>> Themenportal der EKD

Flüchtlingshilfe der ELKB

Der Landeskirchenrat der ELKB hat den zunehmenden Bedarf an Koordinierung, Fortbildung und Beratung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe erkannt und eine Task Force eingerichtet. Es werden finianzielle Mittel bereitgestellt. Zuschussanträge können an die Task Force gerichtet werden

>>> herberge@elkb.de

Downloads und Links:

Gottesdienstbroschüre von Mission EineWelt
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